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Ganz in Schwarz – Erlebnisse im Moor

Na los, einsteigen!“ versucht die Badefrau das Zögern abzukürzen und mir die Scheu zu nehmen. Direkt vor mir steht ein Zuber, randvoll mit einer schwarzbraunen Masse – Schokoladenpuddingähnlich! Ok, ich nehme all meinen Mut zusammen und lasse mich langsam in diese dunkle, mir völlig suspekte Masse sinken. Die ist zwar nicht ganz so warm wie ich befürchtet hatte, dafür aber von wirklich komischer Konsistenz. Moor eben…

Im Moor versunken die Position zu ändern ist nahezu unmöglich. Noch nicht einmal mit dem Hinterteil sinkt man hier auf den Wannengrund, ein Zustand wie in Schwerelosigkeit. Aber es soll ja so gesund sein, also durchhalten.

„Die Wärme, von der man im Moor übrigens höhere Temperaturen verträgt als im Wasser, ist ein wichtiger Faktor, um z.B. orthopädische Beschwerden zu lindern“ erklärt mir die Badefrau um mich ein wenig von der klebrigen braunen Masse abzulenken. „Für andere Beschwerden ist es wichtig, dass im Moor die Grundbausteine vieler Hormone bereitstehen. Der Körper kann sie durch die Haut aufnehmen und je nach Defizit die fehlenden Hormone produzieren. Viele Hautkrankheiten oder Stoffwechselerkrankungen können auf diese Art behandelt werden.“ Aha!

Nach dieser Erklärung verlässt sie den Raum und überlässt mich der klebrigen Masse. Mir gelingt es dabei tatsächlich, mich völlig zu entspannen und die angenehme Wärme auf mich wirken zu lassen.

„Langsam aufstehen, das Moor abstreifen, nicht schütteln“ holt sie mich, bekleidet mit Gummischürze und Stiefeln, in die Realität zurück. Also hieve ich mich aus der zähen Masse, die mich regelrecht eingesaugt hat und begebe mich in die geflieste Ecke des Raums in der bereits die Badefrau mit dem Wasserschlauch bewaffnet auf mich wartet. Sie erlöst mich von dem zähen Schlamm und wickelt mich nach einem Klarwasserwannenbad in flauschige Tücher.

Die nächste Etappe heißt: In Ruhe schwitzen! Mal sehen, was sich mein Körper aus den moorigen Inhaltsstoffen alles so bastelt – erholsam war es ganz bestimmt und schön soll es ja bekanntlich auch noch machen. Als schöne Erinnerung an meine erste Kurreise, möchte ich dem Moor auf jeden Fall noch mal begegnen.